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Pneumologische Erkrankungsformen

Zu den häufigsten Krankheitsbildern der Pneumologie gehören neben Asthma und Bronchitis die Lungenentzündung, die Rippenfellentzündung und die Tuberkulose (siehe dort). Desweiteren werden auch Lungenkrebs, Mukoviszidose und die Legionärskrankheit (Legionellose) vom Pneumologen behandelt. Auch das Schlafapnoe-Syndrom (durch Schnarchen bedingte Atemaussetzer) fällt in dieses Fachgebiet.

Asthma (Asthma bronchiale)

Entzündliche Erkrankung der Atemwege – oft chronisch – mit dauerhaft bestehender Überempfindlichkeit. Die Entzündung der Atemwege führt zu anfallsweiser Luftnot, da die Atemwege durch vermehrt abgesondertes Sekret und Verkrampfung der Bronchialmuskulatur verengt sind. Die Atemwegsverengung ist durch Behandlung rückbildungsfähig. Etwa fünf Prozent der Erwachsenen und sieben bis zehn Prozent der Kinder leiden an Asthma bronchiale.

Bronchitis (akut oder chronisch)

Als „akute“ Bronchitis wird eine neue entstandene Entzündung der Bronchien, gepaart mit Husten, Schleimproduktion und Fieber, bezeichnet. Da in der Regel auch andere Teile der Atemwege betroffen sind, wäre die korrekte Bezeichnung eigentlich „akuter Atemwegsinfekt“. Als „chronisch“ wird die Erkrankung bezeichnet, wenn sie laut Definition der WHO mit „Husten und Auswurf an den meisten Tagen während mindestens drei Monaten in zwei aufeinander folgenden Jahren" verbunden ist.

Lungenentzündung (Pneumonie)

Bei der Lungenentzündung oder Pneumonie handelt es sich um eine akute oder chronische Entzündung des Lungengewebes. Sie wird meist durch eine Infektion mit Bakterien, Viren oder Pilzen verursacht, selten auch toxisch durch Inhalation giftiger Stoffe oder immunologisch.
Die „typische Pneumonie“ verläuft mit plötzlichem Beginn, Husten, Atemnot, eitrigem Auswurf, hohem Fieber, Schüttelfrost, erhöhter Atemgeschwindigkeit, erhöhtem Puls und Schmerzen in der Brust.
Die „atypische Pneumonie“ wird oft mit einer Grippe verwechselt. Sie beginnt schleichend und weist durchaus vergleichbare Symptome auf: Husten, geringere Atemnot, wenig und meist klarer Auswurf, Kopf- und Gliederschmerzen sowie geringes Fieber.
Ein Sonderfall der Pneumonie ist die so genannte „Pneumocystis carinii Pneumonie“ (PcP), die durch den Schlauchpilz Pneumocystis carinii hervorgerufen wird. Diese Pilze kommen überall in der Umwelt vor, besiedeln schon in der Kindheit das Bronchialsystem vieler Menschen und sind für Menschen mit gesundem Immunsystem harmlos. Ist das Immunsystem des Körpers durch z. B eine HIV-Infektion oder durch eine medikamentöse Schwächung der Abwehr (Immunsupression) nach einer Organtransplantation geschwächt, kann der Erreger sich ungehindert in den Lungenbläschen vermehren und zu einer schweren Lungenentzündung (Pneumonie) mit Beeinträchtigung des Gasaustausches führen. In diesem Falle spricht man von einer „opportunistischen Erkrankung“, die unbehandelt zum Tod führen kann.
In jedem Fall gehören zu einer Therapie die Anwendung fiebersenkender und schleimlösender Maßnahmen sowie eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Die medikamentöse Behandlung ist abhängig von den Erregern, der Schwere der Erkrankung oder von speziellen Risikofaktoren wie Alter, Begleiterkrankungen, Vortherapie mit Antibiotika und dergleichen.

Rippenfellentzündung (Pleuritis)

Mit Rippen- oder Brustfellentzündung bezeichnet man die Entzündung der Pleura (das Rippenfell), die die Lunge überzieht und den Brustraum von innen auskleidet. Sie entsteht zumeist während oder nach einer Erkrankung der Lunge, wobei die häufigste Ursache eine Lungenentzündung ist. Dabei greift ein entzündlicher Prozess auf die Pleura über. Typisch für die Pleuritis sind meist stechende Schmerzen beim Ein- und Ausatmen. Therapie und Prognose der Pleuritis hängen von der zugrunde liegenden Erkrankung ab.

Lungenkrebs

Unter einem Bronchialkarzinom (auch: Lungenkarzinom) versteht man eine maligne („bösartige“) Neubildung entarteter Zellen der Bronchien oder Bronchiolen. Das Bronchialkarzinom ist eine der häufigsten bösartigen Erkrankungen des Menschen. Hauptursache ist das Inhalieren von Tabakrauch. Auch das so genannte „Passivrauchen“ kann nachweislich zur Bildung von Bronchialkarzinomen führen. Daneben gibt es einige Stoffe (beispielsweise Asbest oder Chrom), denen man beruflich bedingt ausgesetzt sein kann und die den Tumor auslösen können. Die Heilungsrate des Bronchialkarzinoms ist immer noch sehr schlecht und liegt bei einer Fünfjahresüberlebensrate unter zehn Prozent.

Mukoviszidose

Die Mukoviszidose ist eine der häufigsten angeborenen Stoffwechselerkrankung hellhäutiger Menschen. Durch eine Fehlfunktion der Chloridkanäle wird die Zusammensetzung der Körpersekrete verändert. Durch zu geringen Wassergehalt werden diese zähflüssig und können nur erschwert aus Lunge, Bauchspeicheldrüse, Dünndarm, Gallenwegen und Schweißdrüsen abtransportiert werden. Dadurch kommt es in den betroffenen Organen zu Funktionsstörungen unterschiedlicher Art. In Deutschland leben rund 8000 Menschen mit dieser bisher unheilbaren Erbkrankheit. Vier Prozent der deutschen Bevölkerung, also rund drei Millionen Menschen, sind gesunde Genträger, die diese Krankheit weitervererben können – meist ohne es zu wissen.

Legionärskrankheit (Legionellose)

Die Legionellose ist eine Infektionskrankheit, die durch Bakterien der Gattung Legionella (Legionellen) hervorgerufen wird. Die beiden wichtigsten Formen sind die Legionärskrankheit, die durch eine Lungenentzündung (Pneumonie) gekennzeichnet ist und einen lebensgefährlichen Verlauf annehmen kann, sowie das seltenere, ohne Lungenentzündung und meist mild verlaufende Pontiac-Fieber. Darüber hinaus können Legionellen in seltenen Fällen auch Infektionen außerhalb der Atemwege wie Wund-, Herzinnenhaut- und Nierenbeckenentzündungen verursachen.

Schlafapnoe

Das Schlafapnoe-Syndrom wird in der Regel durch Atemstillstände (Apnoen) während des Schlafs verursacht wird und ist in erster Linie durch eine ausgeprägte Tagesmüdigkeit bis hin zum Einschlafzwang (Sekundenschlaf) gekennzeichnet ist. Die Atemstillstände führen zu einer verringerten Sauerstoffversorgung und zu wiederholten Aufweckreaktionen (als automatische Alarmreaktion des Körpers). Auch wenn diese Aufweckreaktionen zumeist unbemerkt nur im Körper stattfinden, mindern sie doch die Schlafqualität erheblich. Auf diese Weise bringt der Schlaf nicht die dringend benötigte Erholung, was meistens zu einer ausgeprägten Tagesmüdigkeit führt. Dadurch gehört das Schlafapnoe-Syndrom zu den medizinisch bedeutsamen Schlafstörungen.

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