HIV
Mit "HIV" bezeichnet man ein Virus, das das Immunsystem des Menschen angreift. Die Infektion führt ohne Behandlung langfristig zur Ausbildung des Krankheitsbildes "AIDS", einer noch unheilbaren Immunschwächekrankheit, die unweigerlich zum Tode führt. Die Schwächung des Immunsystems erhöht zusätzlich auch die Anfälligkeit für so genannte "opportunistische Krankheiten", die sich auf Grund mangelnder Immunabwehr ungehindert ausbreiten können.
Eine Therapie mit antiviralen Medikamenten ermöglicht zwar die Verlängerung der Lebenserwartung der Patienten, jedoch ist eine vollständige Heilung nicht möglich, da die HI-Viren nicht vollständig aus dem Körper entfernt werden können.
AIDS wurde am 1. Dezember 1981 als eigenständige Krankheit erkannt - das Virus als solches aber erst in den frühen 80er Jahren entdeckt. In Deutschland wurde HIV erstmals 1982 bei einem Patienten aus Frankfurt am Main diagnostiziert. Die anfänglich fast ungebremste Ausbreitung der Infektion rührte u.a. daher, dass man fälschlicherweise glaubte, nur eng umgrenzte Risikogruppen seien gefährdet. Diese Auffassung ist mittlerweile gründlich überholt.
Die Verbreitung von HIV hat sich seit dem ersten Auftreten zu einer Pandemie entwickelt, an der nach Schätzungen der Organisation UNAIDS bisher etwa 25 Millionen Menschen gestorben sind. Etwa 33,3 Millionen Menschen sind gemäß dem UNAIDS-Bericht vom November 2010 (Zahlen beziehen sich auf 2009) mit dem Virus infiziert. Weltweit beträgt der Anteil der Frauen an den Infektionen etwa 50%.
In Deutschland lebten lt. Angaben des Robert-Koch-Institutes Ende 2010 rund 70.000 Menschen mit HIV, darunter etwa 57.000 Männer, 13.000 Frauen und 200 Kinder. 2010 kam es in etwa 760 Fällen zum Ausbruch von AIDS, im selben Jahr verstarben etwa 550 Infizierte bzw. Erkrankte an HIV oder AIDS. Diese Zahlen sind seit vielen Jahren langsam, aber kontinuierlich rückläufig, was auf die verbesserte Versorgung HIV-Infizierter mit Medikamenten zurückzuführen ist. Trotzdem bleibt HIV eine auch weiterhin unheilbare Erkrankung und damit eine ernstzunehmende Bedrohung.
Während die Zahl der Neu- bzw. neu entdeckten Infektionen zwischen 2001 und 2008 weltweit um 17% zurückgingen, stiegen sie in Deutschland im selben Zeitraum auf etwa das Doppelte. Dieser Anstieg ist mit einer deutlich erhöhten Anzahl von durchgeführten HIV-Tests und der daraus resultierenden Entdeckung bislang verborgener Infektionen erklärbar. Seit etlichen Jahren liegt die Zahl der Neu- bzw. neu entdeckten Infektionen in Deutschland stabil bei 3.000 Fällen; etwa 70 % der Neuinfektionen traten 2010 bei homosexuellen Männern (jetzt mit MSM, "Men having Sex with Men" bezeichnet) auf.
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