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Tuberkulose-Therapie

Die in Deutschland standardmäßig empfohlene initiale Vierfachtherapie gliedert sich in eine zweimonatige Initialphase mit Isoniazid, Rifampicin, Pyrazinamid und Ethambutol, gefolgt von der viermonatigen Erhaltungsphase mit Isoniazid und Rifampicin. Aufgrund der Resistenzsituation in Deutschland mit einer Isoniazid-Resistenzrate von mehr als vier Prozent ist die initiale Dreifachtherapie in der Regel nicht mehr empfehlenswert. Alle Medikamente sollten aufgrund ihrer synergistischen (ergänzenden) Wirkung zusammen eingenommen werden.

Resistente Tuberkulosen stellen eine therapeutische Herausforderung dar. Abweichungen von dem Standardregime sind notwendig, um eine adäquate Therapie mit mindestens vier Antituberkulotika in Abhängigkeit von dem Resistenzprofil zu gewährleisten. Im Einzelfall muss die Therapie auch an die klinische Präsentation, Verträglichkeit oder Kontraindikationen angepasst werden. Allerdings verlängert sich die Therapiedauer von sechs auf neun oder mehr Monate, wenn Isoniazid und Rifampicin nicht über den gesamten Zeitraum gegeben werden können.

Die Impfung mit dem attenuierten Lebendimpfstoff BCG (Bacille Calmette-Guérin) wird seit 1998 nicht mehr empfohlen. Zu beachten ist, dass Patienten, die in der Vergangenheit mit „BCG“ geimpft wurden, nicht vor einer TB geschützt sind.

Richtlinien zur medikamentösen Behandlung der Tuberkulose

Multiresistenzen

Wenn Tuberkulose-Medikamente in zu geringer Dosierung oder über einen zu kurzen Zeitraum eingenommen werden, können die Erreger teilweise nicht vollständig abgetötet werden. Es bilden sich so genannte Resistenzen gegen die eingesetzten Medikamente. Schon Anfang der 90er-Jahre war es zur Zunahme von Erregern gekommen, die gegen die beiden wichtigsten Standardmedikamente (Isoniazid und Rifampicin) unempfindlich sind. Diese MDR-Tuberkulose (Multi Drug Resistent) hat sich in den letzten Jahren vor allem in Osteuropa stark ausgebreitet. Seit Anfang des Jahrzehnts ist die XDR-Tuberkulose (Extensive Drug Resistent) hinzugekommen. Hier sind die Erreger gegen drei oder mehr aus den derzeit sechs Klassen von Reservemedikamenten (Second-Line) unempfindlich, was in Einzelfällen zu nicht mehr beherrschbaren Erkrankungen führen kann. Gefährlich wird die Situation, wenn XDR-Eigenschaften bei besonders pathogenen und virulenten Stämmen auftreten.

Der Anteil multiresistenter Erreger (Resistenz gegen mindestens zwei der fünf wichtigsten Medikamente) betrug in Deutschland im Jahr 2005 2,7 Prozent. Extrem resistente Stämme sind mittlerweile in allen Teilen der Welt nachgewiesen, in einzelnen Fällen auch in Deutschland.

In der Regel gelingt es auch bei einer MDR-TB ein geeignetes Therapieregime zu finden und durchzuhalten.

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